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Legasthenie

Legasthenie ist eine Störung der Informationsverarbeitung, verbunden mit Wahrnehmungs-Störungen, mangelhafter Raum-Lage-Koordination (oben-unten, links-rechts, b und d, p und q), Buchstabenauslassungen und -verwechslungen, Störungen der Feinmotorik (krakelige Schrift) und Schwierigkeit, auf vorgegebenen Linien zu schreiben. Es besteht eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Wortbild-Speicherschwäche, das heißt, ein Legastheniker hört ein Wort und hat nur eine sehr vage Vorstellung davon, wie dieses Wort auf dem Papier aussehen müßte.

Legastheniker haben oft eine verzögerte Sprachentwicklung, und auch die motorische Entwicklung verläuft langsamer. Meistens ist wegen einer “nuscheligen”, undeutlichen Aussprache oder auch spezifischen Sprachfehlern eine logopädische Behandlung nötig.

 

Auffallend ist, dass Legastheniker sehr häufig im Babyalter die Krabbelphase übersprungen hatten und somit (neurologisch gesehen!) auf dem Entwicklungsstand eines sieben bis acht Monate alten Säuglings stehen. Es ist allgemein bekannt, dass die rechte Gehirnhemisphäre die linken Extremitäten und die linke Hemisphäre die rechten Extremitäten steuert. Durch den gegengleichen Einsatz von Armen und Beinen beim Krabbeln werden somit beide Gehirnhälften darin geschult, bei diesen (vergleichsweise) komplexen Bewegungsmustern koordiniert zusammenzuarbeiten.

 

Das Vorwärtsrobben entspricht nicht diesem Bewegungsmuster. Ein Überspringen der Krabbelphase ist also im Hinblick auf die weitere Entwicklung keineswegs als Vorteil zu sehen. Der Umkehrschluß, ein Kind das nicht gekrabbelt ist, würde zwangsläufig Legastheniker, gilt jedoch nicht.

 

Zum Schreiben-lernen wird anfangs insbesondere die rechte Gehirnhälfte benötigt, später beim flüssigen Schreiben und Lesen müssen überwiegend beide koordiniert zusammenarbeiten. Um dieses in gewissen Problemfällen noch nicht eingespielte Zusammenwirken beider Hirnhemisphären zu erreichen, machen wir uns Erkenntnisse aus der angewandten Kinesiologie zunutze: Die so genannte Bahnung der Gehirnhälften.

 

Die Kinesiologie in ihrer Gesamtheit findet bei kritischer Betrachtung nur teilweise unsere Zustimmung. Sie wurde in den letzten Jahren unserer Meinung nach sehr überfrachtet und stark kommerzialisiert. Aber aus  einigen ihrer Teilbereichen können wir noch heute große Vorteile ziehen.

 

Die Neigung zu Legasthenie ist genetisch bedingt und zwar Jungen zu Mädchen 9 : 1.

In ihrem Buch “Legasthenie - umschriebene Lese- Rechtschreib-Störung”(1) (Piper, München, 1995) berichtet Frau Dr. Klasen, dass amerikanische Forscher es für denkbar halten, dass Legasthenie, Hyperaktivität, Allergien und Erkrankungen des Abwehrsystems deshalb oft gemeinsam auftreten, weil die Anlagen dazu in sehr kleinen Genen auf dem Chromosom 6 nahe beieinander liegen. - Hier fanden wir zum ersten Mal von wissenschaftlicher Seite eine Bestätigung unserer Annahmen.

 

Unsere Erkenntnisse aus Anamnesen, die wir bei Familien mit mindestens einem Kind mit Schulproblemen durchgeführt haben, haben ergeben, dass - parallel zu den Schulproblemen - nahezu regelmäßig ein Geschwisterkind dann unter einer echten  Allergie leidet. Das legasthenische und/oder hyperaktive Kind hat selbst keine offensichtlichen Allergien wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma, aber es stellte sich dann nahezu  immer eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit (NU) heraus. 

 

Man muss die NU von einer sonstigen Allergie im schulmedizinischen Sinn getrennt betrachten. Die “echte” Allergie kann vom Allergologen mittels Prick-Test (Reaktionen auf der Haut) und zusätzlichen Blutuntersuchungen ermittelt und mit Desensibilisierungs-Maßnahmen gemindert werden. 

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, die mit psychischen Symptomen einhergehen, wie z.B. Konzentrations- problemen, Zappeligkeit, Aggressivität oder Depressionen, können weder labormedizinisch erfasst noch mit Desensibilisierungs-Maßnahmen behandelt werden . Man bezeichnet sie darum auch als Pseudo-Allergien.

 

Die allergische Disposition ist in der betreffenden Familie jedoch stets vorhanden. Das Geschwisterkind hat eventuell Heuschnupfen oder z.B. eine Pollen- oder Tierhaarallergie und überhaupt keine Schulprobleme, während das andere Kind eben nicht unter Heuschnupfen und Co. leidet, dafür aber z.B. unter einer Legasthenie und/oder einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit.


Merke:: Kommen wir auf die oben von Klasen zitierten Wissenschaftler zurück: Für unsere Zwecke, praktische Hilfen für Schulprobleme zu bieten, ist die Erkenntnis ausreichend genug, dass die genetischen Anlagen von Legasthenie, Hyperaktivität, Allergien und Erkrankungen des Abwehrsystems in engerem Zusammenhang stehen: Wenn ich eine Allergie gegen Erdbeeren habe, muss ich diese Früchte eben meiden, um nicht an den Folgen zu leiden. Warum sollte es bei einer Hyperaktivität oder Legasthenie anders sein?!


Hier schließt sich der logische Kreis um die Erklärung, warum sich eine Ernährungsumstellung auf den Hirnstoffwechsel auswirkt und damit Denkblockaden beseitigen kann.

 

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