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Lernprobleme allgemein

Sie stellen immer wieder fest, dass Ihr Kind den im Unterricht behandelten Stoff nicht beherrscht, dass es vielleicht nicht einmal weiß, worum es dabei geht. Wenn Sie nachbohren und nach Begründungen suchen - oder vielleicht auch nur nach Erklärungen, die Sie wieder beruhigen könnten - enden solche Debatten - je nach Alter und Temperament Ihres Kindes und abhängig von Ihrem Einfühlungsvermögen - mit Tränen oder Schreierei, auf jeden Fall mit Streit! Es ist auch nicht auszuschließen, dass Sie ein über das andere Mal von Ihrem Kind mit viel Geschick beruhigt werden - ohne dass sich auf Dauer gesehen irgend etwas auch nur ansatzweise bessern würde.
 
Spätestens jetzt sagen Sie sich, entweder “ist mein Kind schlichtweg faul” oder “es hat Probleme, die mir unbekannt sind”! Wenn beides Ihrer Überzeugung nach nicht zutreffen kann, sollten Sie sich noch einmal Gedanken über andere mögliche Ursachen machen!
 
Merke: Wenn Sie bei Ihrem Kind Lerndefizite feststellen, ist die beste Lösung, sich selbst darum zu kümmern und sich nicht auf den Lehrer zu verlassen. Natürlich sollte man alles Nötige in der Schule lernen, aber aus welchem Grund Ihr Kind jetzt auch Schwierigkeiten hat, Sie sollten es nicht hängen lassen!


Die grundlegenden Fertigkeiten, die in den ersten Schuljahren vermittelt werden, sind später nur sehr schwer (Rechnen), wenn überhaupt (Deutsch) nachzuholen, da ja immer noch parallel der normale Lernstoff zu bewältigen ist. Und Lücken, die in späteren Jahren zum Beispiel in Englisch entstehen, können nur mit aufwendigem Nachlernen geschlossen werden. Das ist eine Erkenntnis aus jahrzehntelanger Erfahrung!


Was sie im Einzelnen machen können, erklären wir Ihnen im Kapitel Selbsthilfe.

 

Die langsame Auffassung ist häufig Ausdruck mangelnden Selbstbewusstseins. Wir müssen uns vor Augen halten, dass auf unser Schulkind Tag für Tag eine Riesenmenge an neuer Information zukommt, “Input”, der unter der Maßgabe verarbeitet und gelernt werden muss, dass er demnächst mündlich oder schriftlich abgefragt werden wird. Den Schüler mit Selbstbewusstsein wird dieser Gedanke wenig tangieren, er wird die Informationen aufnehmen, lernen, fertig. Wem es aber an Selbstbewusstsein gebricht, wird einen Teil der Gedanken, einen Teil der Energie auf die Angst verschwenden, den anstehenden Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Wie wir das Selbstbewusstsein unseres Kindes stärken, erklären wir ausführlich bei dem betreffenden Kapitel.


Es kann aber auch eine Denkblockade, verursacht durch eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, nicht ausgeschlossen werden.
 
 

Schwierigkeiten in Rechnen 

Die Aussage, ein Kind habe Schwierigkeiten beim Rechnen, kann eine Unzahl verschiedener Ursachen beschreiben. Zunächst wollen wir nach dem Alter unterscheiden. Beim Grundschüler mit Rechenproblemen kann es sich um Dyskalkulie, dem mathematischen Pendant der Legasthenie handeln, um allgemeine Verständnisschwierigkeiten, um einen Hörfehler oder um einen Lehrer, der nicht erklären kann. Dyskalkulie tritt bei mindetens 10% aller Kinder auf, wird aber viel seltener bemerkt, als z.B. eine Legasthenie.  Es kann nicht früh genug begonnen werden, dem Kind zu helfen. Wir haben - und wieder in den ersten Grundschulklassen - mit gutem Erfolg gegengesteuert (Fallbeispiel Carolin).

Bei Schülern in höheren Klassen werden Verständnisschwierigkeiten und die Lehrer, die sich mit dem Erklären schwer tun, mehr in den Vordergrund rücken. Es wäre falsch, wollte man sich mit einer vordergründigen Erklärung zufrieden geben, tatsächlich aber kann ein Großteil der Palette an Schulproblemen zur Erklärung herangezogen werden: Faulheit, Überforderung, Angst vor dem Lehrer, usw. usf. Es liegt auch hier an den Eltern, die wahre Ursache herauszufinden, die Konsequenzen, die je nach Bedarf zu ziehen sind, sind sehr unterschiedlich! Im Grund bleiben wieder einmal drei Möglichkeiten, dem Schüler zu helfen: Selbst erklären, Nachhilfe oder Gespräch mit dem Lehrer.

Merke: Schwierigkeiten mit Mathematik (oder beim Rechnen) sind keine ursächlichen Schulprobleme, sondern nur die Auswirkungen davon. Und erst nachdem wir die Ursachen beseitigt haben, können wir uns daran begeben, deren Auswirkungen auf das Mathematikverständnis unseres Kindes zu beseitigen. Siehe unter Selbsthilfe.

 

 

Fremdsprachenprobleme

 

Wir wollen uns bei den Fremdsprachen auf Englisch konzentrieren, weil das in den überwiegenden Fällen die erste fremde Sprache ist, die an den Schulen gelehrt wird.

 

Schlechte Englischnoten haben in der Regel zwei Ursachen: Entweder fehlt es am Vokabular oder an der Grammatik (oft an beidem)! Leider trägt die Art und Weise, wie der Englischunterricht an unseren Schulen überwiegend gehandhabt wird, nicht dazu bei, diese Probleme zu verhindern. Alle Vokabeln, die über den Grundwortschatz hinaus gehen, werden im Lauf der Schuljahre im Rahmen einer Lektion einmal gelernt, vielleicht abgefragt und müssen dann vielleicht noch in einer Klassenarbeit präsent sein. Anschließend kommt die nächste Lektion mit neuen Vokabeln.

 

So kann kein Lernstoff in das Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. - Zwei oder drei Jahre später tauchen diese Wörter wieder auf, werden als bekannt vorausgesetzt und ergeben dann die Vokabellücken! Lernt Ihr Kind die Vokabeln so, dass sie auch wirklich “sitzen”? Wir haben dafür eine erprobte Anleitung und außerdem eine Liste mit Vokabeln, die man immer wieder braucht, aber nicht mehr weiß, weil man sie vor langer Zeit mal gelernt hat / haben sollte. Diese Liste gibt es auch für französische Vokabeln. In beiden Fällen finden Sie die kompletten Listen in unserem Buch.

 

Vergleichbar ist es mit der Grammatik. Die Grundlage wird in den Klassen 4 - 6 gelehrt (Subjekt-Objekt, Aktiv-Passiv, Präsens, Futur, usw. usf.) und fällt anschließend wieder in Vergessenheit. Wenn dann in der sechsten Klasse die Grammatik für die Fremdsprache benötigt wird, wird sie natürlich als bekannt vorausgesetzt! Wir haben in langen Jahren noch keinen Lehrer erlebt, der seinen Schülern das fehlende Wissen noch einmal beigebracht hätte - das ist in gewisser Weise verständlich (Vorgaben des Lehrplanes), hilft aber den Schülern nicht, die Grammatik zu verstehen. Wenn die Grammatik so vermittelt wird, wie wir es aus den baden-württembergischen Schulbüchern kennen, dann ist es für Kinder in der Regel kaum möglich, sie danach zu lernen. Wir erklären die wichtigste Grammatik (z.B. das Passiv) so, dass man sie auch verstehen kann!

 

Merke:  Schlechte Noten in den Fremdsprachen sind kein unabwendbares Schicksal. Wenn nicht gerade Legasthenie die Ursache ist, kann mit dem Nachlernen von Vokabeln und einer entsprechenden Vertiefung der Grammatik-Kenntnisse viel erreicht werden! Dazu gehört sehr viel Disziplin - nach unserer Erfahrung wesentlich mehr, als man von einem zehn- oder fünfzehnjährigen Schüler erwarten kann! Hier hilft nur kontrolliertes Lernen, am Besten mit einem Außenstehenden - Lernen mit Vater oder Mutter weckt in der Regel zu viele Emotionen. Was Sie bei der Nachhilfe beachten sollten finden Sie hier.

 

 

 

Probleme mit Deutsch

Bevor Sie an solche Ursachen wie Legasthenie denken, sollten Sie ein paar Dinge abklären. Wodurch wird die schlechte Note verursacht? Liegt es an der Rechtschreibung, hat Ihr Kind in der Grammatik das erforderliche Wissen, wird bei Aufsätzen häufiger das Thema verfehlt oder hat es unzureichende mündliche Noten (werden z.B. die Gedichte gelernt, arbeitet es mit)?


Wir beschränken uns hier auf die unteren Klassen, weil sich nur hier noch nachhaltig etwas ändern lässt. Wenn Sie mit Ihrem Kind ein vertrauensvolles Verhältnis haben, sollte es sich schnell abklären lassen, wie es zu den unzureichenden mündlichen Noten kommen konnte. Abhilfe ist mit etwas Überwachung der Hausaufgaben, Hilfestellung beim Gedichte-lernen, usw. relativ einfach zu schaffen. Sollte eine Antipathie zwischen Ihrem Kind und dem Pädagogen bestehen, dann wäre ein Gespräch mit dem Lehrer zu führen.

 

Ein unerschöpfliches Thema ist die Beurteilung von Aufsätzen, die von Lehrer zu Lehrer anders sein kann. Allerdings mussten wir auch feststellen, dass sich einige Vorraussetzungen gegenüber früher deutlich geändert haben: Erstens wird heute den kleinen Kindern immer weniger vorgelesen, und zweitens lesen nur noch wenige der Heranwachsenden freiwillig mehr als die SMS auf ihrem Handy! Vorlesen und selbst lesen tragen aber maßgeblich dazu bei, sich gewählt ausdrücken zu können, und das ist wiederum eine der GrundVorraussetzungen für eine gute Aufsatznote.

 

Mangelndes Wissen in der Grammatik wird bei den Kindern oft als “Kavaliersdelikt” angesehen. Dabei übersehen sie, dass auch beim Erlernen einer Fremdsprache die Beherrschung der Grammatik absolut notwendig ist!

 

Eine ganz wesentliche Rolle für die Deutschnote hat die Rechtschreibung! Wenn es sich “nur” um Probleme handelt, wie sie bei AD(H)S beschrieben werden, wird es Ihnen keine großen Schwierigkeiten bereiten, Ihrem Kind zu helfen, nicht einmal in höheren Klassen. Bei Problemen legasthenischer Natur sieht es leider anders aus, die Fähigkeiten, die man am Anfang nicht erwirbt, sind kaum nachzuholen. Nach unserer Erfahrung (siehe Fallbeispiele) können Legastheniker (mit der Betonung auf können) ihre Probleme weitgehend in den Griff bekommen - aber nur bei einer von Beginn an richtigen, nicht nachlassenden Förderung!


Merke: Nicht alle schlechten Noten in Deutsch müssen gleich legasthenische Schwierigkeiten befürchten lassen! Und selbst hier hat man in den ersten ein, zwei Jahren noch gute Karten, was die Abhilfe angeht. Auch wenn heute Denglisch und whatsappen das Schülerleben maßgeblich mitbestimmen - nur Vorlesen und später selbst lesen befähigen die Schulkinder i.d.R., gute Aufsätze zu schreiben.


Auch hier finden Sie Näheres unter Selbsthilfe.

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