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Lernen mit AD(H)S-Kindern

Wenn Sie mit Ihrem AD(H)S-Kind erfolgreich lernen wollen, sollten Sie versuchen, sich die folgenden Regeln zu eigen zu machen. Wirklichen, dauerhaften Erfolg werden Sie aber nur haben, wenn das “neue Lernen” mit einer Umstellung der Ernährung Hand in Hand geht:

 

Nur mit einer Ernährungsumstellung schaffen Sie die Vorraussetzungen, dass Ihr Kind wieder fähig wird, erfolgreich zu lernen!

 

Machen Sie den LLS-7-Tage-Test - dann wird Ihr Kind feststellen können, wie leicht es sich ohne “Brett vor dem Kopf” lernen lässt! 

 

Den LLS-7-TT können Sie bei sich zu Hause machen, ohne Kosten, mit minimalem Aufwand und Sie selbst beurteilen den Erfolg!

 

Immer daran denken: Auch nach einer Ernährungsumstellung bleibt Ihr Kind ein AD(H)S-Kind, Es kann nur endlich wieder ohne Blockade denken. Wollen Sie mehr wissen, dann lesen Sie unter LLS-7-TT nach.

 

Merksätze für Sie:

 

  • Kein AD(H)S-Kind ist absichtlich unkonzentriert.​

  • Kein AD(H)S-Kind ist “einfach so” faul. Wenn es nicht mehr will, d.h., wenn es sich weigert zu üben und zu lernen, dann höchstens deshalb, weil es durch die bisher erlebten Tiefschläge und Versagens-Erlebnisse dermaßen frustriert ist, dass es sich unbewusst gegen alles sträubt, was mit Lernen zu tun hat.

 

  • Auch die kleinsten Erfolge während des Lernens loben, um das angeschlagene Selbstbewusstsein zu stärken.

 

  • Ab sofort wird das Wort “falsch” grundsätzlich nicht mehr verwendet! Es wird ersetzt durch den Ausdruck “nicht ganz richtig", dass es etwas “falsch” gemacht hat, wird unser AD(H)S-Kind in der Schule schon oft genug gehört haben und jeden Tag auf’s Neue hören - es ist daher absolut negativ belastet. Das Ziel eines Schülers ist, alles richtig zu machen. Wenn Sie nun feststellen, das Ergebnis sei noch “nicht ganz richtig”, dann fühlt sich Ihr Kind schon auf dem besten Weg - und das ist ja schließlich unser Ziel!

  • Überfordern Sie Ihr Kind keinesfalls durch zu lange “Lernblöcke”. Wenn Sie merken, dass es nach einer gewissen Zeit deutlich unkonzentriert wird, machen Sie sofort eine Pause und gestalten den nächsten Lernabschnitt kürzer! Je nach Alter Ihres Kindes können Sie ihm eine kurze Geschichte vorlesen, ein Spiel mit ihm machen, es malen lassen, eine Teepause einlegen, o.ä.

 

  • Wenn das Kind eine Erklärung nicht versteht, dann liegt das nicht am Kind, sondern an der Erklärung! (Trösten Sie sich, Sie sind nicht der/die Einzige mit diesem Problem, in der Schule geht das andauernd so, nur dass leider die Lehrer in den seltensten Fällen bereit sind, dies zuzugeben.) Überlegen Sie sich eine neue Erklärungsvariante, die der komplizierten Lern-Situation Ihres Kindes angepasst ist. Wenn es nach mehreren Versuch immer noch nicht mit dem Verstehen klappt, dann tragen Sie Ihren Erklärungsansatz einem Außenstehenden vor - Sie werden sich wundern, wie oft auch Erwachsene Mühe haben werden, Ihre Erläuterungen richtig umzusetzen!

 

  • Grammatik-Regeln aus den Schulbüchern sind für AD(H)S-Kinder (und nicht nur für sie) zum großen Teil absolut unverständlich: Sie sind viel zu abstrakt. Siehe unter Lernen-lernen (hier).
  • AD(H)S-Kinder haben immer ein gestörtes Kurzzeitgedächtnis, darum ist es dringend erforderlich, alles neu Gelernte ständig - mindestens alle zwei Tage - zu wiederholen, um es in’s Langzeitgedächtnis zu übertragen.

Vokabeln niemals nur durch Lesen / Anschauen lernen, sondern jedes Mal aufschreiben lassen. AD(H)S-Kinder sind visuelle Lerntypen!

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  • Nur mit Bleistift schreiben lassen! Es zeugt von pädagogischem Schmalspurdenken, Ignoranz und Desinteresse, wenn die Verwendung eines Füllers gefordert wird, um die Kinder zum “ordentlichen Schreiben” zu zwingen. Ein AD(H)S-Kind kann das nicht leisten! Und nur ein Narr stellt unerfüllbare Forderungen.

 

  • Keinesfalls mit dem Rotstift korrigieren! Es besteht erstens die Gefahr, dass sich gerade durch die Hervorhebung der Fehler einprägt und zweitens verbindet jedes Kind den Rotstift mit unerfreulichen Schulerlebnissen - das müssen Sie zu Hause nicht fortsetzen!

 

  • Falsch geschriebene Wörter sofort ausradieren lassen, damit sich die falsche Schreibweise nicht einprägt.

 

  • Wörter, die Schwierigkeiten machen, werden auf ein Lernblatt geschrieben und die Buchstaben, die falsch (nicht ganz richtig!) waren, werden mit leuchtendem Markierstift (grün oder gelb) (nun in richtiger Schreibweise!) hervorgehoben. Die genaue Vorgehensweise richtet sich natürlich nach dem Alter!

 

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind ein Belohnungs-Punkte-System, um es zu motivieren. Dabei sollte eine gewisse Werteskala zu Grunde gelegt werden, die sich nach den persönlichen und familiären Gegebenheiten richtet. Keine inflationären Tendenzen, bitte! Als Beispiel: Einmal ein vom Kind bevorzugtes Spiel spielen (kostet 3 Punkte) kann durch dreimal freiwillig und vollständig gemachte Hausaufgaben (je einen Punkt) erkauft werden (wobei eine Dauer von 15 bis 20 Minuten zugrunde gelegt ist).

 

  • Seien Sie konsequent, wird eine Vorgabe nicht erfüllt, gibt es keine Punkte. Natürlich gibt es Punktabzug (entsprechend der persönlichen Situation Ihres Kindes - z.B. für nicht gelernte Gedichte oder Vokabeln) und natürlich können Punkte für größere Aktionen gesammelt werden und natürlich kann man sich mit einer großartigen Leistung viel kleine Wünsche erfüllen. Bedenken Sie dabei, dass Sie erbrachte Leistungen belohnen und nicht Fähigkeiten! Als Beispiel: Der Legastheniker kann seine Hausaufgaben machen und bekommt Punkte dafür, aber er bekommt keinen Punktabzug, weil er sie fehlerhaft macht! Siehe dazu auch unsere Ausführungen zur Sozialen Kompetenz.

 

  • Zuletzt wollen wir noch einen Punkt ansprechen, der Eltern von AD(H)S-Kindern ein wahres Gräuel ist: Schönschreiben! AD(H)S-Kinder, vor allem Jungen, können selten “schön” schreiben. Das ist keine Verweigerungshaltung, sondern einfach mangelnde feinmotorische Fähigkeit und gehört zum Symptomenkomplex der AD(H)S. Sollten in der Schule entsprechende Forderungen gestellt werden, dann setzen Sie sich mit allem Nachdruck zur Wehr! Der Zwang zum Schönschreiben bindet bei den entsprechend disponierten Kindern so viel Aufmerksamkeit, dass für den Inhalt fast nichts mehr übrig bleibt. Es zeugt von Ignoranz und mangelndem pädagogischem Einfühlungsvermögen, wenn man diesen Kindern seitenlange Schönschreibübungen abfordert!

 

  • Und zu allerletzt wollen wir noch auf die häufig geäußerte Forderung eingehen, AD(H)S-Kinder sollten zum Lernen in eine Umgebung, die keine Ablenkung bietet. Für diese Forderung spricht nach unserer langjährigen Erfahrung nur wenig, dagegen aber viel. Lernen mit AD(H)S-Kindern ist so lange ein Horror, so lange keine Nahrungsumstellung stattgefunden hat! Wenn das Kind in einer kargen “Zelle” sitzt, die nur Tisch und Stuhl beinhaltet, wird es mit den Stiften oder dem Radiergummi spielen, und wenn es sein muss, auch nur mit den eignen Fingern! Aufmerksamkeitsdefizite an den Folgen bekämpfen zu wollen, ist sinnlos, nur die Beseitigung oder Minimierung der Ursachen bringt dauerhaften (!) Erfolg. Lesen Sie unsere Schüler-Fallbeispiele nach und versuchen Sie es dann mit dem LLS-7-Tage-Test.

 

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