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Mechthid Pflug
Familien-, Paar- und Lerntherapeutin

Wie kann ich mein Kind zu mehr Selbstbewußtsein erziehen?

Damit können Sie bereits im Säuglingsalter beginnen! Die Bedürfnisse des Neugeborenen sind noch sehr gering: Nahrungszu- und -abfuhr, emotionale Zuwendung und Wärme dürften die Wichtigsten sein. Die einzige Möglichkeit für den Säugling, diese Bedürfnisse zu äußern, besteht im Schreien. Hat er keine Bedürfnisse, wird er ruhig sein. Wird von den Eltern das Schreien nicht gemäß seiner Bedeutung aufgefaßt, wird der Säugling daraus lernen, daß seine Wünsche kein Gewicht haben, daß er es nicht wert ist, daß darauf eingegangen wird! Hier sei besonders auf die sog. Dreimonatskoliken verwiesen (siehe auch unter www.dreimontskolik.de).

Vergleichbares gilt für das Kleinkindalter. Wenn ein Kind zahllose Male rufen muß, um die Aufmerksamkeit der Mutter zu erwecken, um ihr z.B. einen toll gebauten Turm zu zeigen, wird es entweder bald resigniert aufgeben, oder sich zur ewig quengelnden “Landplage” entwickeln, die unaufhörlich nach der dann zu Recht entnervten Mutter schreit. Weitere Erziehungstipps für das Kleinkind finden Sie auf www.trotzalter.de!

Schenke ich dagegen meinem Kind die notwendige Beachtung, indem ich seinen Turm bewundere, dann macht es dabei zwei wichtige emotionale Erfahrungen: Zielgerichtetes Handeln (das Aufeinandertürmen der Bauklötze) ist positiv, es wird ja von mir bewundert, also gelobt - und Lob ist eine der besten Triebfedern menschlichen Handelns! - und weil ich mich nach vertretbarer Zeit, also höchstens zwei oder drei Aufforderungen, ihm zugewandt habe, bekommt es ein Gefühl seiner Wertigkeit vermittelt. Dadurch entsteht ein Selbst-Wert-Gefühl, also Selbstbewußtsein.

Natürlich werden wir nicht jedesmal Zeit finden, uns unserem Kind in der geschilderten Weise zuzuwenden. Dann sollten wir uns aber zur Regel machen zu erklären, ich kann jetzt nicht, weil ...! Aber Vorsicht, immer nur auf später zu vertrösten, ist in der Konsequenz nicht anders, als gar nicht zu reagieren. Hier kann sich das Kind nur noch negative Aufmerksamkeit z.B. durch Schreien sichern, selbst wenn das Strafen zur Folge haben sollte - auch das ist Beachtung.

Wir konnten schon häufig feststellen, daß es in den Familien, in denen auffallend wenig gelobt wird, es für das Kind sehr schwer ist, Gefühle und Bedürfnisse zu äußern. Wir kennen Eltern, die darüber gar nicht so unglücklich sind, denn solche Kinder sind “pflegeleicht”: Wer seine Gefühle zurückhält, läßt sich nicht emotional gehen, und wer keine Bedürfnissse äußert, hat auch keine großen Wünsche, die von den Eltern befriedigt werden müßten.

Ich muß also von meiner Umwelt wahrgenommen werden, muß Beachtung finden, ich muß meine Bedürfnisse äußern können und sie müssen mir - zumindest teilweise - gestillt werden (Das gilt vom kleinen Kind bis zum Erwachsenen!). Eines unserer Hauptbedürfnisse, das der emotionalen Zuwendung, ist maßgeblich für unsere gesamte persönliche Entwicklung. Beobachtet man über Jahrzehnte hinweg die kindliche Entwicklung unter dem Aspekt der schulischen Entfaltungsmöglichkeiten, dann ist der Umfang der emotionalen Zuwendung durch die Eltern in der Mehrzahl der beobachteten Fälle ausschlaggebend für den Erfolg des Kindes. Trost und Anteilnahme, Mitgefühl und Verständnis sind die Basis dieses Erfolgs. Wenn Sie sich dafür interessieren, welche Möglichkeiten Sie bei einem Kleinkind haben, sollten Sie auf www.trotzalter.de nachlesen!

Wie so oft im Leben kommt es auf das richtige Maß an: Eine Erziehung ohne Grenzen bringt nur die Freiheit im engen, familiären Umfeld - um so gravierender werden dann die Grenzen empfunden, die später das Leben setzt! Die gegenteilige, restriktive Erziehung engt das Kind ein, raubt ihm die Spontanität - die Freiheiten, die Schönheiten, die das Leben bietet, werden nie in ihrer ganzen Vielfalt wahrgenommen werden können! Menschen brauchen Vorgaben, richtig gesetzt engen sie nicht ein, sondern geben Halt. Und Halt, innerer Halt, verleiht Selbstbewußtsein! “Kein Mensch ist eine Insel” sagt John Donne, “jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents” *), also verbunden mit den anderen Menschen. Wenn wir unserem Kind Selbstbewußtsein auf den Lebensweg mitgeben, wird es inmitten der anderen bestehen können und sich nie wünschen müssen, eine Insel zu sein!

 

*) John Donne, 1572 - 1631, englischer Schriftsteller und Prediger

 

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Wir empfehlen folgende Seiten: www.allergie-immun.de - www.familie.de - www.trotzalter.de - www.elterntreff-online.de - www.babylinks.at - www.die-sprachlose-familie.de - www.paarkommunikation.pflugweb.de - www.dreimonatskolik.de

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