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Im Spannungsfeld gesellschaftspolitischer Entwicklungen - wo bleibt die Lobby der Kinder?
Fast vergessen und von den vielen Schlagzeilen, die tagtäglich auf uns einstürmen, beinahe verdrängt, ist der Rauswurf der ehemaligen Tagesschausprecherin Eva Hermann im Jahre 2007 zu einer Randnotiz der Tagespolitik geworden. Mit provokanten Thesen zur Rolle der Mütter geriet sie in's Kreuzfeuer verschiedener Interessen.
Die FAZ schrieb im Internet: "Eva Herman gibt sich kämpferisch: „Die Sache ist zu wichtig,
um mich einschüchtern zu lassen“, schreibt die langjährige „Tagesschau“-Sprecherin in ihrem am Donnerstag vorgestellten und schon heftig debattierten Buch. Seit Wochen sorgen die provokanten Thesen der 47 Jahre alten Moderatorin für Schlagzeilen und Kritik. Mit ihrem Plädoyer für eine Rückkehr zur traditionellen Wahrnehmung der Geschlechter brachte die Autorin nicht nur Feministinnen gegen sich auf, sondern erntete im ganzen Land scharfen Widerspruch." (aus www.faz.net)
"Betrachten wir uns also ohne Verklärungen, ohne auftrumpfendes Ego-Marketing. Die Frau der unmittelbaren Gegenwart ist in aller Regel aktiv, berufstätig, selbstständig und verdient meist ihr eigenes Geld, ganz gleich, ob sie gebunden ist oder nicht. Zu ihrem selbstverständlichen Sein gehören Autonomie und als höchstes Ziel die Selbstverwirklichung. Wenn es darüber hinaus zeitlich passt und ein adäquater Partner in der Nähe ist, denkt sie eventuell auch über Kinder nach. Eventuell. Kinder sind für sie eine Option, keine Selbstverständlichkeit." (Eva Hermann in www.cicero.de)
Und der Stern schreibt: "Im "Eva-Prinzip" hat sich die Autorin mit den Theorien anderer und eigenen Folgerungen die Lufthoheit über den Küchentischen erobert: "Werden wir aussterben, wird unser Land in wenigen hundert Jahren brachliegen?", fragt Frau Eva und hat die Antwort gleich parat. Ja, weil "die Frauen vergessen haben, welches Glück und welche Befriedigung es bedeutet, Kinder zu haben." Ach ja?" (Quelle: www.stern.de)
Diese Zitate stehen stellvertretend für viele andere von beiden Seiten und zeigen, wie emotional die Auseinandersetzung um die “Rolle der Frau” geführt wird. Natürlich muss sich jeder in einer pluralistischen Gesellschaft wie der unseren - vor allem, wenn er an so prominenter Stelle steht - gefallen lassen, dass die gesellschaftspolitischen Thesen, die er medienwirksam vorträgt, eine entsprechende Reaktion auslösen. Wir sind allerdings der Überzeugung, dass sich die Diskussion einseitig entwickelt hat und wesentliche Konsequenzen wieder einmal unter den Tisch fallen. Uns geht es nicht um die Rolle der Frau und Mutter, sondern um die damit zusammenhängende Rolle der Kinder.
Seit mehr als 2 Jahrzehnten arbeiten wir mit Kindern, die Schulprobleme haben. Dabei haben wir die ausgefahrenen Gleise herkömmlicher 08/15-Pädagogik verlassen und sind seit langen Jahren mit ganzheitlichen Ansätzen sehr erfolgreich. Nach unserer Erfahrung sind die beiden häufigsten Ursachen, die Schulprobleme verursachen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (NU, die uns an dieser Stelle nicht tangieren sollen) und psychischer Stress. Dieser Stress kann verschiedene Auslöser haben - wobei familiäre Ursachen die zahlenmäßig häufigste Gruppe darstellen. Spätestens jetzt fragt sich der Eine oder Andere, was diese Schulprobleme mit der Auseinandersetzung um das sog. "Eva-Prinzip" zu tun haben?
Wir machen es uns einfach und sagen, dies sei ein neuer Aspekt der Diskussion. Sich selbst zu verwirklichen ist ein Recht, das - endlich sind die Zeiten aufgeklärt genug - nicht nur dem Manne zusteht! Wenn ich mich als das Individuum, das ich bin, für die Lebensform "Single" entscheide, dann ist das mein ureigenster Entschluss, der niemanden etwas angeht. Entscheide ich mich für eine Zweier-Beziehung, dann muss ich meinem Partner, meiner Partnerin schon ein gewisses Mitspracherecht einräumen. Fällt die Entscheidung dann auch noch für ein gemeinsames Kind, dann darf ich - vor allem als Frau - bei meiner Lebensplanung nicht so tun, als bliebe alles beim Alten!
Die Frauen, die heute im gebärfähigen Alter sind, kennen doch alle die zahllosen Berichte aus Fernsehen und Radio, aus Spiegel, Stern, Bunte und Co über die "Schrecken meiner Schulzeit", haben an eigenem Leib erfahren, welche Mühen es bereiten kann, die jeweiligen Klassenziele zu erreichen. Zu deren Information: Heute ist es anders, heute ist es schlimmer! Wer mit seinem Kind nicht lernt, wer ihm nicht - zumindest zeitweise - hilft, beschneidet seine Zukunftschancen!
Wir erleben immer wieder Mütter, die einfach nicht bereit sind, zu akzeptieren, dass sie mit ihrem Kind schon in den ersten Klassen lernen müssen: Dann ist er halt dumm, mit mir hat damals auch niemand lernen müssen! Wir hören auch immer wieder von Lehrern, die sich vor den Eltern entsprechend äußern. Das ist unverantwortlich! Leider lässt sowohl unser Schulsystem als auch die Fähigkeit der dazu gehörigen Pädagogen in der Gesamtheit zu wünschen! Natürlich könnte und müsste man nach den Ursachen und Hintergründen forschen, aber hier und jetzt geht es nur darum, wie viel Entscheidungsfreiheit die Frau hat (oder richtiger: die Eltern haben), ihr Leben nach ureigensten Vorstellungen zu gestalten, Vorstellungen, in denen "intensive Brutpflege" keinen Platz hat. Es geht um das Recht, Kinder UND Beruf unter einen Hut zu bringen, letztendlich um Gleichberechtigung - schließlich ist es für Väter i.d.R. kein Problem, Kinder und Karriere zu vereinbaren - zu Lasten der Mütter.
Für uns ist die Beschränkung der Diskussion auf den oben skizzierten Themenkreis ein Fehler. Jeder Erwachsene (über Einschränkungen wollen wir uns hier nicht auslassen) kann über seine Lebensplanung - in Grenzen - selbst entscheiden, eine Möglichkeit, die Kindern zwangsläufig nicht gegeben ist. Die Vorgaben dazu kommen i.d.R. von den Eltern und werden weitgehend vom sozialen (finanziellen!) Stand geprägt. (Diese Tatsache wird von verschiedenen Untersuchungen bestätigt, z.B. der UNICEF)
Kinder sind also ihrer Umwelt und den dort für und über sie getroffenen Entscheidungen mehr oder weniger "ausgeliefert", Fehlentscheidungen im Elternhaus oder von sonstigen Bezugspersonen sind später kaum oder nur sehr schwer auszugleichen. Wir beobachten seit mehr als 20 Jahren das überaus komplexe Spannungsdreieck Elternhaus - Kind - Schule und müssen feststellen, dass die Kinder die eindeutigen Verlierer sind!
Der Prozentsatz der Schulkinder, die ohne zusätzliche Förderung das Klassenziel nicht mehr erreichen, wächst mit einer beängstigenden Beständigkeit. Allem Anschein nach ist der vermeintliche "Heimvorteil" der "Vollzeitmutter" nur noch in Ausnahmefällen vorhanden. Die Schüler des "dritten Jahrtausends" leiden i.d.R. an einer erschreckenden Spracharmut, mit anderen Worten, ihr aktiver und passiver Wortschatz ist extrem eingeschränkt! Die Folgen zeigen sich im Deutsch- und natürlich im Fremdsprachenunterricht. "Man" liest nicht mehr vor, "man" erzählt nicht mehr, "man" unterhält sich nicht einmal mehr in der Familie! Wenn nicht vorgelesen wird, wenn sich der sprachliche Austausch in der Familie nur auf das Nötigste beschränkt, dann bleibt die sprachliche Vielfalt auf der Strecke, dann wird in Aufsätzen nur noch "gegangen" und Verben wie schreiten, hasten, eilen, fortbewegen, begeben, usw. verschwinden aus dem aktiven Wortschatz. Wer in der Muttersprache nur über einen minimalen Wortschatz verfügt, wird sich in den Fremdsprachen auch schwer tun.
Das sind keine Schilderungen aus sozialen Randgruppen - das ist deutscher Alltag, wie wir ihn ständig erfahren! Wie soll ein Kind, das unter solchen Umständen heranwächst, soziale Kompetenz oder Verständnis für einen Partner entwickeln, von emotionaler Bindungsfähigkeit ganz zu schweigen?
Kindererziehung ist bei uns heutigentags eine gesellschaftspolitische Aufgabe, deren Bedeutung und Wertschätzung leider hinter der Sozialisation der Gänseblümchen angesiedelt ist! Wie kann es sonst dahin kommen, dass jeder Eisverkäufer mehr Befähigung nachweisen muss, als ein Elternpaar, das Kinder in die Welt setzen will oder gesetzt hat?!
Jetzt liegt der Vorschlag auf dem Tisch, dass wir Eltern gut daran tun würden, die Verantwortung für die Erziehung unserer Kinder so etwa ab dem zweiten Lebensjahr in die bewährten Hände fähiger Erzieherinnen zu legen, dann können ausgebildete Fachkräfte elterliche Defizite ausgleichen und die Kleinen behutsam aber nachhaltig an die Anforderungen des Alltags heranführen.
Allein, um mit dem Dichter zu sprechen, mir fehlt der Glaube! Jede Mutter eines Kleinkindes zwischen ein und drei Jahren weiß, dass es Zeiten gibt, in denen der Tag mit füttern, wickeln, an- und ausziehen, spazieren gehen, usw. ausgefüllt ist, es bleibt kaum Zeit für anderes. Kann eine Betreuerin das mit drei, fünf oder mehr Kindern leisten, was eine Mutter manchmal mit einem nicht schafft? Kann eine solche Betreuung mehr sein, als Kinderverwahrung?
Unsere Fragestellung lässt vermuten, dass wir diese Art der Betreuung ablehnen - das stimmt aber nur eingeschränkt. Die oben geschilderten Kommunikationsdefizite in vielen Familien sind - auf einer anderen Ebene - genau so untragbar. Mit anderen Worten auf den Punkt gebracht: Im Hinblick auf die sich ständig vergrößernde Schar der Problemschüler ist das deutsche Standard-Erziehungsmodell zum Auslaufen verurteilt!
Natürlich hat die traditionelle Rollenverteilung im 21. Jahrhundert ausgedient, aber wir dürfen nicht das Nichts an ihre Stelle setzen! Um es dramatisch zu überspitzen: Je höher entwickelt die Tiergattung, desto intensiver die Brutpflege! Wollen wir Menschen uns hier ausgliedern? Es geht nicht nur um füttern, wickeln, schlafen legen! So ein kleines Menschlein braucht auch Zuwendung, Bindung, Liebe. Und nachdem auch Betreuerinnen ein Privatleben haben: Was geschieht, wenn diese vertraute Bezugsperson krank wird, wegzieht oder einfach ausscheidet?
Wenn ich ein Kind in die Welt setze, dann habe ich die Verantwortung dafür und kann sie nicht an Dritte abgeben! Aber die Verantwortung tragen immer zwei - auf Grund der vielen Horrormeldungen über verlassene oder misshandelte Kinder bekommt man den Eindruck, dass diese Verantwortung im Zeitalter von Hartz IV (der Staat wird die Grundversorgung schon garantieren) all zu leicht genommen wird.
Solange ich meine Persönlichkeitsfindung auf mich und meinen Partner(in) beschränke, lässt sich nichts dagegen einwenden. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn ich ein Kind haben möchte - Kinderwunsch ist Egoismus. Kein Elternpaar wird sich aus gesellschaftspolitischen Gründen (Sicherung der Renten, usw.) Kinder anschaffen. Aber so etwas Kleines, Schnuckeliges im Arm zu halten, sich selbst in einem anderen Wesen wieder zu finden.... das ist purer Egoismus! Wer denkt da schon an alle zukünftigen Konsequenzen?
Trotzdem ist dieses Kind nicht mein Duplikat, mein Klon, mein zweites ich, nein, es ist ein eigenständiges Individuum, gegenüber dem ich Verpflichtungen habe. Auch wenn Beispiele immer ein wenig "hinken": Warum hat wohl die Natur die Bindung zwischen Küken und Henne als Erfolgsmodell entwickelt? Weil sich niemand sonst so bedingungslos für die Küken einsetzen würde. Auf der Basis unsere langjährigen Erfahrung wagen wir zu behaupten, dass bei frühzeitig sich abzeichnenden Problemen, die das Kind später in der Schule haben wird, eine Mutter i.d.R. mehr Engagement an den Tag legen wird als eine Betreuerin!
Und genau hier sind wir beim Spagat zwischen dem sich wandelnden Selbstverständnis der modernen Frau und den Realitäten unseres Schulsystems. Unsere Gesellschaft gesteht der Frau heute die Selbstverwirklichung zu und greift vehement alle die an, die am traditionellen Rollenbild festhalten. In dem kleinen Umfeld, das wir überblicken können, sehen wir immer wieder den unauflösbaren Zusammenhang zwischen Elternhaus und Schulerfolg: Natürlich gibt es Kinder, die alle Schulanforderungen problemlos, mit Bravour meistern, aber die Problemfälle werden immer mehr - man bedenke nur die sich häufende Kritik (u.a. Pisa) an unserem Schulsystem! Die Kinder der Staaten (z.B. Deutschland!), die heute in den internationalen Nationenwertungen auf die hinteren Plätze kommen, sind die Schulversager von morgen.
Aus der traditionellen K-K-K-Rolle (Küche, Kinder, Kirche) ist die moderne Frau längst herausgetreten, ihr neues Umfeld könnte man mit B-K-F bezeichnen: Beruf - Kinder - Freizeit. Wenn auch das Schalten und Walten der züchtigen Hausfrau der 50-er Jahre von wesentlich schwererer Arbeit bestimmt war als heute, so macht sich nach einem vier oder achtstündigen Arbeitstag die anschließende Hausarbeit auch im Zeitalter von Waschmaschine und Geschirrspüler nicht von alleine, selbst wenn vermehrt die Väter mitwirken. Haushalt und Kindererziehung konnte weitgehend parallel laufen, kamen die Schüler nach Hause, waren die Mütter sowieso da. Als vor Jahren die Außerhaus-Tätigkeit der Mütter begann, sprach man noch mehr oder weniger kopfschüttelnd von den so genannten Schlüsselkindern, heute wird die dahin führende Berufstätigkeit der Mütter von Staats wegen gefördert!
Was die Rolle der Frau bei der Kirche, bzw. der Freizeit betrifft, so lässt sich feststellen, dass früher Kirche für die Hausfrau an Sonn- und hohen Feiertagen stattfand und noch mehr Arbeit als sonst bedeutete, schließlich hatte der dazu gehörige Festtagsschmaus einen hohen Stellenwert. Heute erschöpft sich in vielen Fällen die kulinarische Vielfalt jener Tage in zeitsparender und ungesunder Fertigkost, während der gesellschaftlich obligatorische Freizeitanspruch vor allem Zeit beansprucht! Zeit, die die moderne Mutter für ihr Kind nicht mehr hat.
Man kommt also immer wieder zum selben Ergebnis: So positiv die Entwicklung für die Frauen gelaufen ist, so einschneidende, negative Konsequenzen hat sie für die Kinder gebracht. Es müssen Vorraussetzungen geschaffen werden, um ihre Bedürfnisse nicht zu kurz kommen zu lassen! Und hier haben bislang alle Initiativen und Vorschläge versagt! Wir müssen leider feststellen, dass die längst begonnene Loslösung der Frau aus ihrer traditionellen Rolle zu Lasten der Kinder geht.
Es steht wohl außer Frage, dass die ersten Jahre im Leben eines Menschen die bedeutsamsten sind, hier erhält er/sie die maßgeblichste Prägung, hier werden Weichen gestellt, die das ganze spätere Leben bestimmen. Es ist uns nicht vorstellbar, dass Eltern - ohne wirklichen Zwang - darauf verzichten wollen, diese entscheidende Phase maßgeblich zu gestalten. Natürlich gibt es hervorragende ErzieherInnen, von denen ein Kind mehr profitiert als von minder fähigen Eltern.....
Wie oben bereits angedeutet, stehen sprachliche Defizite sehr oft mit einem völligen Mangel an innerfamiliärer Kommunikation in engem Zusammenhang. Nach einer Untersuchung sprechen deutsche Ehepaare täglich im Durchschnitt nur noch acht Minuten miteinander: Liebe, Ehe, Alltag - alles in acht Minuten! Den Kindern wird auch nicht mehr "Sprechzeit" eingeräumt - wir erfahren es tagtäglich von den Schülern, mit denen wir zu tun haben! Wer mit seinen Schulkindern nicht spricht, der hat i.d.R. seinen Kleinkindern auch nicht vorgelesen - eine Unterlassungssünde, die kaum noch gut zu machen ist. Die Wurzeln der sprachlichen Entwicklung werden in den ersten Lebensjahren gelegt - was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Auch hier können befähigte ErzieherInnen elterliche Defizite ausgleichen, aber ich würde nie riskieren, mich darauf verlassen zu wollen.
In diesem Zusammenhang sei ein Punkt angesprochen, der für verantwortungsbewusste Eltern sehr wesentlich ist: Welche politische, religiöse oder auch nur erziehungspolitische Ausrichtung haben die ErzieherInnen, denen ich mein zwei- oder dreijähriges Kind anvertraue? Das ist keine nebensächliche Überlegung, sondern - für immer mehr Eltern - einer der maßgeblichsten Punkte! Ein selbsterlebtes Beispiel: Im Kindergarten wurden die Kinder (immerhin vier oder fünf Jahre alt) mit dem "schwarzen Mann" diszipliniert. In unserer Familie schon damals vollkommen unvorstellbar, konnten wir entsprechende Konsequenzen ziehen. Das gelingt aber nur, wenn die Kinder ein entsprechendes Alter haben, mit zwei oder drei Jahren ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie so etwas weiter erzählen - aber die Prägung aus Angst ist vollzogen, ohne Wissen der Eltern.
Wir bekommen es immer wieder gesagt: Vielen Eltern ist die Vorstellung, sie müssten zusammen mit ihrem Kind den in der Schule vermittelten Stoff aufbereiten und lernen, nicht nachvollziehbar: Wenn er/sie das nicht selber kann, dann ist das halt Dummheit; ich bin auch alleine zurecht gekommen! Jahrzehntelange Erfahrung hat uns gezeigt, diese Einschätzung ist falsch! Das deutsche Schulsystem im beginnenden dritten Jahrtausend ist sowohl im internationalen Vergleich unter dem Durchschnitt als auch aus Sicht der Praxis.
Für ein Kind ist die Welt dann "in Ordnung", wenn es sich in der liebevollen Geborgenheit zwischen Vater und Mutter sicher fühlen kann. Es gibt geschiedene Eltern und Patchwork-Familien, die ihren Kindern dieses Gefühl trotz widriger Randbedingungen vermitteln können! Leider sind es nur wenige. I.d.R. bekommen Kinder Probleme und Streitigkeiten in vollem Umfang mit. Und wenn wir Erwachsene uns schon nach einem Streit mit dem Partner wie ausgelaugt fühlen und uns am liebsten verkriechen würden, wie soll dann ein vier- oder selbst zwölfjähriges Kind empfinden, wenn die Bindung an Vater und Mutter rein emotional ist!?
Merke: Die Rolle der Familie hat sich in den letzten Jahrzehnten stärker verändert, als in den Jahrhunderten zuvor. Die Menschen sind allgemein freier geworden, die Frauen sind freier geworden. Die Kinder sind nach wie vor auf die elterliche Fürsorge, Zuwendung und Liebe angewiesen, und es gibt wohl keinen ernst zu nehmenden Fachmann, der glaubt, irgend eine andere Institution dagegen setzen zu können. Wenn also die Kinder nicht die Verlierer sein sollen, dann müssen wir uns etwas einfallen lassen….
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