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Mechthid Pflug
Familien-, Paar- und Lerntherapeutin

Lernen lernen

Allen Eltern, die sich verzweifelt fragen, warum hat ausgerechnet mein Kind solche Schwierigkeiten in der Schule, sei gesagt: Ihr Kind steht mit seinen Problemen nicht alleine. In unserem Schulsystem wird generell von linkshirndominanten Schülern ausgegangen, die auditive Lerntypen sind. Dabei wird nicht beachtet, daß das Verhältnis links- zu rechtshirndominanten Menschen relativ ausgeglichen ist und letztere werden im Hinblick auf ihre schulischen Bedürfnisse einfach ignoriert oder sogar stigmatisiert (interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die linke Hand von der rechten Gehirnhälfte gesteuert wird)!

In der rechten Gehirnhälfte eines jeden (!) Menschen sind die kreativen, künstlerischen Begabungen, ist die Phantasie beheimatet - werden in unserer Gesellschaft nicht die Kreativen, die Künstler, die phantasievollen Menschen eigentlich ganz besonders bewundert?!.

An den Rechtshirndominanten, den vorwiegend visuell lernenden Menschen, rauscht der größte Teil jener phantasielosen Wissensvermittlung vorbei, die im Unterricht in endloser Rede vorgetragen wird. Sie müssen das, was sie lernen wollen sehen, selbst lesen, zu Hause in Ruhe durcharbeiten, es mit möglichst vielen Sinnen erfassen, es “be-greifend” lernen! Diese Kinder werden vom Lehrer oft dem Vorwurf ausgesetzt, “die hätten bloß im Unterricht besser aufzupassen brauchen, dann wüßten sie es auch!” Dabei ist schon seit langem bekannt, daß diese Art von Vorwürfen unberechtigt ist - genauso könnte man einem Menschen, der nur einen Meter sechzig groß ist, vorhalten, er sei nicht genug gewachsen!

Die Mehrzahl aller Schüler, die an einer legasthenischen oder hyperaktiven Beeinträchtigung leiden, sind rechtshirndominante Menschen, die in unserem Schulsystem dadurch benachteiligt werden, daß mit abstrakt-theoretischen und dazu noch auditiv vermittelten Erklärungen ihrem Lerntypus nicht entsprochen wird.

Solange man nicht von Seiten der Schule darauf reagiert, daß es außer dem linkshirndominierten Schülertyp auch noch andere gibt, müssen die Eltern versuchen, in Eigeninitiative damit zurecht zu kommen! Das fängt in der ersten Grundschulklasse bei den Buchstaben an, die schlecht gemerkt werden, das geht in höheren Klassen weiter mit nie richtig gelernten Zuordnungen (Zug und Standvögel, u.v.m.), bis hin in der Realschule zum nie verstandenen Passiv im Englisch-Unterricht.

Die dringend zu leistende Hilfe darf kein Nachbeten des Schulunterrichts sein - was dort nichts fruchtet, bringt auch in der x-ten Wiederholung nichts. Wir müssen den Lernstoff “be-greifbar” machen, wir müssen die Erklärungen so umstellen, daß sie verstanden werden können. Die brillant formulierte Grammatik- oder Rechen-Regel ist - übrigens bei fast allen Schülern! - für die sprichwörtliche Katz’, wenn sie nicht dem Verständnis der Kinder angepaßt ist.

Wir zeigen Ihnen Perspektiven. Wir geben Tipps. Wenn Sie damit weiterarbeiten, können Sie bei Ihrem Kind die Voraussetzungen schaffen, daß es sich mit Ihrer Hilfe immer besser im vorgegebenen, auditiven Lernumfeld unserer Schulen zurecht findet.

 

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