Mein Kind kommt im Unterricht nicht mit!
Sie stellen immer wieder fest, daß Ihr Kind ungebührlich lange braucht, bis es irgend etwas verstanden hat. Ob es nun darum geht, daß es die Erklärungen des Lehrers nicht so schnell auffaßt wie die anderen, oder daß es Ihre Anweisungen nicht so umsetzt, wie Sie es vorgegeben haben, auf jeden Fall hat sich bei Ihnen der Eindruck verfestigt, Ihr Sohn / Ihre Tochter “steht auf der Leitung”, wie der Volksmund mehr bildhaft als treffend sagt.
Das nach Ihrem Eindruck zu langsame Verarbeiten von Vorgaben ist natürlich nur Folge von irgend etwas, aber nicht Ursache. Der oftmals (allzu leichtfertig) geäußerte Verdacht, er/sie “sei einfach nicht intelligent genug”, trifft nach unserer Erfahrung in der überwiegenden Zahl aller Fälle nicht zu. Was natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, ist die Möglichkeit, daß das Kind - ohne unintelligent zu sein - den derzeitigen Anforderungen nicht gewachsen ist. Es könnte sich unter einer derartigen Streßbelastung befinden, daß das Denken blockiert wird! Mögliche Ursachen wären Probleme mit Lehrern, Mitschülern, zu Hause, oder sonstige Verursacher.
Wie bei vielen anderen Gelegenheiten auch sollten Sie zunächst einmal verbindlich ausschließen lassen, daß Ihr Kind schlecht hört oder sieht. Wer kann schon eine schleichende Veränderung an sich selbst feststellen - ein Kind sicher nicht. Für einen Schüler mit einer Hörstörung ist eine mündlich erteilte Hausaufgabe, die in der allgemeinen Aufbruchsstimmung untergeht, ebenso wenig zu verstehen, wie ein genuscheltes “jetzt kehr’ mir mal erst die Garage” des Vaters.
Wir haben allerdings auch schon erlebt, daß die sogenannte lange Leitung nichts als Taktik war: Wer viele Erklärungen braucht, um eine Aufgabe zu verstehen, wird bald vor ungeliebten Aufträgen verschont bleiben! Diese Spielart von “Arbeitsverschleppung” sollte nur einfach erwähnt sein, dürfte aber im Zusammenhang mit der Schule kaum vorkommen.
Die langsame Auffassung ist häufig Ausdruck mangelnden Selbstbewußtseins. Wir müssen uns vor Augen halten, daß auf unser Schulkind Tag für Tag eine Riesenmenge an neuer Information zukommt, “Input”, der unter der Maßgabe verarbeitet und gelernt werden muß, daß er demnächst mündlich oder schriftlich abgefragt werden wird. Den Schüler mit Selbstbewußtsein wird dieser Gedanke wenig tangieren, er wird die Informationen aufnehmen, lernen, fertig. Wem es aber an Selbstbewußtsein gebricht, wird einen Teil der Gedanken, einen Teil der Energie auf die Angst verschwenden, den anstehenden Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Wie wir das Selbstbewußtsein unseres Kindes stärken, erklären wir ausführlich bei dem betreffenden Kapitel..
Es kann aber auch eine Denkblockade, verursacht durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, nicht ausgeschlossen werden. Sie können Näheres dazu hier nachlesen.
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