Mein Kind kann wegen familiärer Probleme nicht lernen
Auch hier gilt: Wenn Sie schon wissen, daß Ihr Kind wegen familiärer Probleme nicht so lernen kann, wie es eigentlich sollte, haben Sie schon einiges gewonnen - viele andere Eltern wollen das nämlich einfach nicht in ihr Bewußtsein dringen lassen!
Familiäre Probleme sind leider sehr vielschichtig, das kann bedeuten, daß die Erwartungen eines Elternteiles in das Kind zu hoch sind, daß sich die Eltern ständig streiten, daß sie sich getrennt haben, daß sie um das Sorgerecht streiten, daß eine Schwiegermutter der Familie das Leben zur Hölle macht, daß ein Elternteil arbeitslos ist, daß das Geld nicht reicht, daß die Eltern über die Erziehung streiten, daß das oder ein Kind die Familie tyrannisiert, daß die Eltern wegen des Hausbaues nicht mehr ein noch aus wissen, daß ein Kind mißbraucht wird, daß ein Elternteil berufliche Probleme in der Familie auslebt, daß es “Patchwork-Familienprobleme gibt (meine und deine Kinder haben unsere Kinder geschlagen!), daß ein Familienmitglied chronisch schwerkrank ist, und so weiter, und so fort!
Ein allzu ehrgeiziger Vater kann dazu gebracht werden, die Erwartungen, die er in seinen Sohn projiziert hat (das Abitur z.B., wenn er selbst nur den Hauptschulabschluß erreichte), auf den Realschulabschluß zu reduzieren, um damit den Druck vom Sohn und der ganzen Familie zu nehmen. Hier ist bei diesem einen Menschen mit Überzeugungsarbeit sehr viel zu erreichen.
Sind sich die Eltern über die Erziehung uneins, stören Auseinandersetzungen darüber den Familienfrieden, kann noch relativ leicht durch eine gemeinsame Anstrengung oder auch durch fachliche Hilfe von außen eine von allen getragene Lösung gefunden werden.
Streiten sich jedoch die Eltern um das Sorgerecht, dann bleibt das Wohl des Kindes nur allzu leicht auf der Strecke, weil jedes Nachgeben zum Wohl des Kindes gleichzeitig ein Schwächeeingeständnis dem ehemaligen Partner gegenüber ist! Trotzdem wird in vielen Fällen ein Konsenz gefunden.
Bei Arbeitslosigkeit, beruflichen Problemen, Krankheiten, usw ist es kaum möglich, Lösungen zu finden, die den Streß von den Beteiligten nehmen, so daß die Kinder wieder das Gefühl haben können, in einer problemfreien Familie zu leben! Lesen Sie hier über emotionalen Streß nach.
Fast das Einzige, was Eltern machen können (wenn wir von Radikal-Lösungen wie Auswandern bei Arbeitslosigkeit absehen), ist, mit den Kindern sprechen, die Situation kindgerecht erklären, ohne zu dramatisieren, aber auch ohne zu beschönigen. Die Probleme werden sich dadurch nicht ändern, aber Ihr Sohn, Ihre Tochter bekommt dadurch das Gefühl, ernst genommen zu werden und in der Familie tatsächlich eingebunden zu sein. Vielleicht ist es Ihnen auch möglich, sich etwas mehr mit Ihrem Kind zu beschäftigen, nicht im Sinne von mehr mit ihm lernen (das auch, wenn nötig) sondern für es Zeit haben. Was genau das heißen soll, können nur Sie zusammen mit Ihrem Kind herausfinden.
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Merke: Bei familiären Problemen sind Kinder in der Regel die ersten, deren Interessen auf der Strecke bleiben. Natürlich ist es viel verlangt, sich weiter wie bisher um die z.B. schulischen Belange zu kümmern, wenn der Partner schwer erkrankt ist, wenn man sich vor den Trümmern des eigenen Lebens sieht, wenn man selbst von den letzten Kraftreserven zehrt, oder was auch immer sein kann. Wenn Ihnen persönlich die Situation über den Kopf wächst, dann suchen Sie Hilfe außerhalb!
Später würden Sie es bereuen, untätig geblieben zu sein!
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