Mein Kind kann nicht lernen, weil es schlechten Umgang hat!
Es wird wohl nur wenige Schüler geben, die wegen ihres Umganges nicht schon von ihren Eltern getadelt worden sind! Wenn Sie seinerzeit selbst zum Kreis der Getadelten gehört haben, dann haben Sie wahrscheinlich zwei Meinungen: Die erste von damals, als Sie diesen Umgang durchaus nicht tadelnswert fanden. Die zweite Meinung von heute, als Mutter oder Vater, die sich um ihre Kinder sorgen. Wie würden Sie denn heute Ihre Freunde von damals einstufen? War die Sorge Ihrer Eltern berechtigt? Oder haben die einfach Ihre Freunde nicht gekannt oder kennenlernen wollen und waren deshalb dagegen?
Vielleicht wäre das für Sie heute eine Lösung: Versuchen Sie die Bekannten Ihrer Kinder kennen zu lernen, dann hat Ihr Urteil sehr viel mehr Gewicht. Vermutlich wird sich bei näherem Ansehen alles etwas relativieren - und wenn nicht, d.h. wenn sich Ihre negative Meinung bei objektiver (!) Betrachtung bestätigt, dann müssen Sie nicht mehr mit Mutmaßungen argumentieren.
Gesetzt den Fall, Ihre negative Meinung hat sich bestätigt, dann ist immer noch die Frage offen, welche Auswirkungen dieser Umgang auf Ihre Kinder hat! Es gibt nicht wenige Eltern, die aus einem gewissen Standesbewußtsein heraus ihren Kindern den Umgang mit, nun sagen wir, dem Sohn einer Putzfrau verbieten. Von Seiten der Eltern aus mag das verständlich sein - in Anbetracht der heutigen wirtschaftlichen Randbedingungen ist allerdings festzustellen, daß es viele Leute gibt, die gezwungen sind, Tätigkeiten auszuüben, an die sie früher im Traum nicht gedacht hätten!
Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn die Kinder selbst berechtigten Anlaß für Vorbehalte bieten: Wenn sie z.B. kiffen, Ladendiebstähle begehen, in Jugendgangs ihre Mitschüler terrorisieren, rauchen, trinken, usw. Wenn Ihre eigenen Kinder hier Kontakte haben oder suchen, sollten Sie sich zunächst selbst fragen, warum das so sein könnte.
Wer sich einer Gruppe anschließen möchte, tut dies i.d.R. weil er sozialen Kontakt sucht! Bieten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, soziale Kontakte in einem Umfeld zu finden, in dem es sich wohl fühlt? Überspitzt gesagt: Wenn Sie Ihren Sohn im örtlichen Tennis- oder Golfclub anmelden, “damit er die richtigen Leute kennenlernt”, er aber mit diesen Sportarten “nichts am Hut hat”, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn er sein Bedürfnis nach Kontakten anderswo zu befriedigen sucht.
Kinder und vor allem Jugendliche wenden sich oftmals aus Opposition irgendwelchen Randgruppen zu, weil sie unbewußt gegen die innere Leere in der Familie rebellieren wollen. Natürlich wird es für Eltern immer schwerer, Beruf und heranwachsende Kinder unter einen Hut zu bringen, das heißt, Zeit für sie zu haben, aber die Gefahr ist einfach zu groß, daß sich die Familie auseinanderlebt.
Familie soll das Bedürfnis nach innerer Wärme und Zuwendung befriedigen. Das kleine Kind möchte sich bei den Eltern in die Arme kuscheln können, Sicherheit und Liebe finden. Der Jugendliche, dem das Erwachsenwerden nicht schnell genug geht, der sich schon längst nach außen orientiert, braucht das Elternhaus nur noch als Basisstation, als letzte Zuflucht. Wenn wir ihm diese Rückzugsmöglichkeit nehmen, indem wir ständig schimpfen, ermahnen, Vorschriften machen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn er sich seinen Familienersatz anderswo sucht!
Es ist auch hier, wie so oft, an uns Eltern, die Weichen richtig zu stellen.
Um vorhandene Schulprobleme zu bekämpfen, können Sie selbst tätig werden oder Dritte beauftragen - was zu beachten ist finden Sie bei den Links.
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Merke: Der sogenannte schlechte oder unpassende Umgang ist in vielen Familien einer der Hauptstreitpunkte. Versuchen Sie, unvoreingenommen und objektiv an die ganze Sache heranzugehen. Kennen Sie die betreffenden Freunde überhaupt? Warum sind die Freunde ungeeignet? Was werfen Sie ihnen vor? Woher haben Sie die Informationen zu Ihren Vorwürfe? Ist diese Quelle vertrauenswürdig? Ist der Kontakt für Ihr Kind tatsächlich so nachteilig, wie Sie befürchten?
Wenn Sie mit Ihrem Kind ein gutes Vertrauensverhältnis haben, dann können Sie mit ihm auf der Basis der eben genannten Fragen diskutieren. Und diskutieren heißt, Rede und Gegenrede und keinesfalls Meinungsdiktat! Schreien Sie nicht, wenn Ihr Gegenüber nicht sofort Ihrer Meinung ist, bestehen Sie aber auch darauf, daß Sie nicht angeschrieen werden!
Wenn das Vertrauensverhältnis schlecht ist, sind auch Ihre Karten schlecht... Denken Sie beizeiten daran, Vertrauen ist die Basis, die WIR aufbauen müssen!
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