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Mechthid Pflug
Familien-, Paar- und Lerntherapeutin

Englisch

Vokabeln lernen

Die Schüler hören es nicht gerne, aber die Vokabeln sind für eine Fremdsprache genauso wichtig wie das kleine 1 x 1 für Mathematik! Leider wird an unseren Schulen kaum Rücksicht auf die Kinder mit Lern-Leistungsschwäche (LLS) genommen. Wir haben bei diesen Kindern mit folgender Vorgehensweise immer dann gute Erfolge erzielt, wenn Mutter und Kind bereit waren, intensiv miteinander zu arbeiten.

  1. Schreiben Sie die Vokabeln in englisch und deutsch groß und übersichtlich auf ein DIN A4 Blatt (Lernblatt).
  2. Lassen Sie nach Möglichkeit nicht mehr als 20 Vokabeln am Tag neu lernen.
  3. Die Vokabeln sind vom Kind 1x in englisch und deutsch laut vorzulesen und dabei selbst von der Liste auf ein Übungsblatt abzuschreiben.
  4. Wörter mit ungewöhnlicher, schwieriger Schreibweise sind mehrmals abzuschreiben.
  5. Die englische Seite des Lernblattes wird abgedeckt, und das Kind versucht, die englischen Vokabeln mit Bleistift auf ein neues Übungsblatt zu schreiben.
  6. Ist ein Wort unsicher, keinesfalls die Spalte aufdecken, stattdessen wird auf dem Übungsblatt die Zeile (z.B. mit einem Fragezeichen) markiert.
  7. Zum Schluß alle Wörter kontrollieren. Dabei werden die falschgeschriebenen ausradiert, korrekt aufgeschrieben. Die ausgelassenen Vokabeln werden ergänzt. Hierzu einen Stift mit kräftiger Farbe auswählen (kein rot!) oder mit Leuchtmarker hervorheben.
  8. Die farbigen Vokabeln auf ein Extra-Übungsblatt schreiben und dabei nochmals laut lesen.
  9. Am Abend des gleichen Tages sowohl die Vokabeln des Extra-Übungsblattes als auch die des Lernblattes ohne vorheriges “Nochmal-drauf-schauen-lassen” schriftlich abhören. Eventuell auftretende Unsicherheiten auch auf das Extra-Blatt schreiben.
  10. In den folgenden 5 - 6 Tagen täglich 5 - 10 Minuten schriftlich abhören, oder - wenn es dem Kind möglich ist - auswendig buchstabieren lassen.
  11. Wir können den Eltern nur empfehlen, die Fremdsprachen-Schulbücher käuflich zu erwerben, da es nach unserer Erfahrung dringend erforderlich ist, sämtliche (!) Vaokabeln mindestens alle sechs Monate zu wiederholen. Von Seiten der Schule werden Vokabeln so gut wie nie wiederholt, aber ständig als bekannt vorausgesetzt.

Es mag sich aufwendig anhören, aber auf diese Weise haben wir zahllosen Schülern erst den Weg zum Abitur ermöglicht

 

Allgemeine Merktipps

Es zeigt sich immer wieder, manche Worte oder Begriffe sind besonders “verwechslungsanfällig”! Sind sie dann nach einiger Zeit auch noch mit dem Stigma behaftet: “Oh, da weiß ich nie, welches Wort das richtige ist”, dann bedarf es kleiner Merkhilfen, die den Streß nehmen. Dabei reicht es natürlich, eine Erinnerungshilfe für einen der beiden Begriffe zu finden!

  • Die Wochentage Tuesday und Thursday:
    • Das Wort Dienstag enthält “Dienst”. Der Chef sagt: Du hast Dienst, tu es! Wenn Sie Ihrem Kind diese Merkhilfe erklären, dann sprechen Sie das englische Wort auf jeden Fall silbenweise deutsch aus! Dienstag ----> Tu-es-day

       

  • Warenpreis und Siegespreis - price und prize:
    • Den Siegespreis - prize - erhält, wer zuerst im Ziel ist, den prize im Ziel - beide Worte mit “z” geschrieben!

       

  • viel und viele  - much und many
    • Besonders einfach zu merken: viel und much sind jeweils einsilbig, viele und many haben zwei Silben!

       

  • wer und wo - who und where
    • Die Verwechslungsgefahr liegt natürlich darin, daß das Schriftbild gewisse Ähnlichkeiten aufweist, where und wer sowie who und wo, die Worte aber eine andere Bedeutung haben!

      Schreiben Sie Ihrem Kind das Wort who in großer Schrift auf ein Blatt und malen in das “o” ein Gesicht. So wird who personifiziert und nach Personen fragt man “wer”. Wer ist das?

 

Merke: Kinder mit LLS scheitern wegen ihres gestörten Kurzzeitgedächtnisses zwangsläufig, wenn die zu lernenden Vokabelmengen zu groß sind. Durch das oben geschilderte Vorgehen werden jedoch überschaubare Informationsmengen allmählich und vor allem nachhaltig im Langzeitgedächtnis verankert. Werden dagegen große Vokabelmengen vor einem drohenden Vokabeltest auf einmal “verarbeitet”, werden sie bestenfalls in’s Kurzzeitgedächtnis aufgenommen und gehen kurz darauf wieder verloren.

Beim größten Teil unserer Schüler resultieren die Schwierigkeiten in Englisch primär aus zum Teil immensen Vokabellücken! Die besten Grammatik-Kenntnisse bringen dann keine spürbare Notenverbesserung, wenn die Schüler in der Sprache nahezu sprachlos sind und die Sätze, die sie bearbeiten sollen, vom Sinn her gar nicht verstehen.

 

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