Mein Kind braucht ewig für seine Hausaufgaben
Wenn Ihr Kind für seine Hausaufgaben ewig braucht, ist wieder Ursachensuche angesagt. Trödeln beim Arbeiten ist keine Krankheit, somit keine Ursache, sondern Auswirkung von irgend etwas anderem. Eine Möglichkeit wäre ADS (siehe dort).
Eine weitere, wenn unser Kind unter emotionalem Streß leidet. Wenn alle Gedanken fixiert sind auf die Angst vor der befürchteten Scheidung der Eltern, auf die schwere Krankheit eines nahestehenden Menschen oder wenn die Angst vor dem nächsten Schultag lähmt, mit der unausweichlichen Begegnung mit dem gefürchteten Lehrer oder den mobbenden Klassenkameraden.
Erwähnenswert ist noch ein anderer Grund, der ebenfalls psychische Ursachen hat, nämlich der unterbewußte Wunsch, mit der Trödelei (zumindest) negative Aufmerksamkeit einzufordern, damit man wenigstens auf diese Weise zeitliche Zuwendung von Seiten der Mutter findet (die hier ja meistens davon betroffen ist).
Wenn nicht das Eltern-Kind-Verhältnis völlig verfahren ist durch Streit und Sanktionen, wenn noch Zuwendung und (bei den älteren) ein offenes Gespräch möglich ist, dann sollte damit der erste Schritt zur Problemlösung möglich sein. Miteinander sprechen, einander vertrauen!
Zum Abschluß soll aber auch nicht übersehen werden, daß es noch eine weitere Ursache für ewig dauernde Hausaufgaben gibt: Den neuen MP3-Player, das neue Handy, das spannende Buch! Ein unauffälliger Blick der Mutter unter den Tisch, in’s Federmäppchen oder unter den aufgeschlagenen Atlas hat schon manche Hausaufgabe deutlich beschleunigt...
|
Merke: Wenn Sie sich bei Ihrem Kind über endlose Trödelei bei den Hausaufgaben ärgern, sollten Sie - bevor Sie so schwerwiegende Probleme wie ADS vermuten - die wahrscheinlicheren Ursachen ausschließen, wir haben Sie oben angesprochen. Nehmen Sie sich an ein paar Tage die Zeit und beobachten Ihr Kind “aus der zweiten Reihe”, dabei fällt schon vieles auf.
Natürlich ist nicht auszuschließen, daß Ihr Sohn/ Ihre Tochter Lernprobleme hat, dann sollten Sie unter Selbsthilfe nachlesen.
Die grundlegenden Fertigkeiten, die in den ersten Schuljahren vermittelt werden, sind später nur sehr schwer (Rechnen), wenn überhaupt (Deutsch) nachzuholen, da ja immer noch parallel der normale Lernstoff zu bewältigen ist. Und Lücken, die in späteren Jahren zum Beispiel in Englisch entstehen, können nur mit aufwendigem Nachlernen geschlossen werden. Das ist eine Erkenntnis aus jahrzehntelanger Erfahrung!
|
|
|